Eine FSJ-Zeit geht zu Ende…

Einige unserer Jugendlichen im Freiwilligen Sozialen Jahr verlassen uns und ihre Einsatzstellen gelegentlich schon vorzeitig. Grund dafür sind zumeist die Aufnahme einer Ausbildung oder eines Studiums, die im Frühjahr beginnen.

Wie wertvoll bereits diese kurze FSJ-Zeit von sechs Monaten sein kann, haben wir kürzlich von Anna erfahren, die ihr FSJ im Krankenhaus geleistet hat.

Mit einem Dankeschön und ein paar netten Worten hat sie unserem Team vom Bereich „Mensch für Mensch“ eine große Freude gemacht:

 

Liebes „Mensch für Mensch“-Team,

ich möchte mich auf diesem Weg bei Ihnen bedanken.
Danke, dass Sie mir die Möglichkeit gegeben haben, mir noch einmal klar zu werden, wie wunderschön das Zusammenarbeiten mit Menschen ist. Ich bin unheimlich dankbar für alle Erfahrungen, Eindrücke und Erinnerungen, die ich in der FSJ-Zeit sammeln konnte und kann noch gar nicht glauben, dass diese Zeit schon wieder vorbei ist.

Ich habe in dieser Zeit viel über mich, aber vor allem über die wirklich wichtigen Dinge im Leben lernen können.
Danke, dass Sie mir dabei immer zur Seite standen und diesen Weg mit mir gegangen sind. Die Zeit meines FSJ wird mir für immer in Erinnerung bleiben.

Machen Sie weiter so und zeigen Sie noch mehr jungen Menschen, wie toll es ist, einen sozialen Beruf auszuführen.

Vielen lieben Dank für alles!
Liebe Grüße Anna

Auch wir möchten uns bei Anna für Ihre Engagement im Krankenhaus danken.

Es ist für die Mitarbeiter der sozialen Einrichtungen immer wieder eine Bereicherung, wenn junge Menschen sich dafür entscheiden, dieses Arbeitsfeld kennenlernen und tatkräftige Unterstützung während ihrer FSJ-Zeit leisten zu wollen.

Für Anna und alle anderen, welche das FSJ aufgrund eines Studiums oder einer Ausbildung vorzeitig beenden, wünschen wir auf diesem Weg noch einmal alles erdenklich Gute, viel Freude beim Erlernen des Wunschberufes und natürlich auch eine erfolgreiche Ausbildung bzw. ein erfolgreiches Studium.

Wir hoffen, ihr denkt auch immer mal wieder an eure FSJ-Zeit zurück.

Herzlichen Dank an euch!

 

Das Team vom Bereich „Mensch für Mensch“

Ist ein FSJ vor der Ausbildung sinnvoll?

Die Schule geht zu Ende und du weißt noch nicht genau, wie es danach weiter gehen soll? Auf Ausbildung/Studium und büffeln hast du erst einmal keine Lust?

Hast du schon mal über ein Freiwilliges Soziales Jahr nachgedacht?

Es bietet eine gute Möglichkeit, um sich beruflich zu orientieren, den vorhandenen Berufswunsch zu festigen und ins Arbeitsleben hinein zu schnuppern. Viele neue persönliche und berufliche Erfahrungen kannst du bei deiner Tätigkeit in einer sozialen Einrichtung erwerben.

Johanna leistet seit September 2020 ihr FSJ in einem Krankenhaus. Hier kannst du lesen, wieso sie sich für ein FSJ entschieden hat und wie sie die ersten fünf Monate erlebt hat.

 

Ist ein FSJ vor der Ausbildung sinnvoll?

Ganz klar, ja!

Ich bin Johanna, 17 Jahre alt und ich habe mich mit 16 dazu entschieden, ein Freiwilliges sSziales Jahr im Krankenhaus zu machen. Meine Mutti arbeitet auch im Krankenhaus, dadurch habe ich schon viel über den Beruf, als Gesundheits- und Krankenpfleger, erfahren und mich bereits schon sehr früh dafür interessiert.

In der 9. Klasse habe ich ein zweiwöchiges Praktikum in der Uni Klinik Leipzig gemacht und mir hat diese Arbeit wirklich sehr gut gefallen. Jedoch war ich mir unsicher, ob dieser Beruf auf die Dauer was für mich wäre. Somit entschied ich mich dazu, nach meinem Realschulabschluss ein FSJ im Sana Klinikum Borna zu machen. Jetzt, nach 5 Monaten, kann ich sagen, dass es zu 100% die richtige Entscheidung für mich war.

Der Start in die Arbeitswelt hätte nicht schöner verlaufen können. Doch in den ersten zwei Wochen wurde ich zunächst mit vielen neuen und ungewohnten Dingen konfrontiert und ich war nach der Arbeit immer sehr müde und kaputt. Es war natürlich eine totale Umstellung für mich, nicht mehr in die Schule zu gehen und so extrem früh aufstehen zu müssen. Aber nach den ersten 10 Arbeitstagen bin ich langsam in diesen Rhythmus reingekommen und mir hat die Arbeit immer mehr Spaß bereitet.

Bereits nach einem Vierteljahr hatte ich schon sehr viel dazugelernt, wurde gut im Team aufgenommen und durfte mich sogar wie die anderen Schwestern und Pfleger kleiden. Mir wurden verantwortungsvolle Aufgaben gegeben und ich wusste oftmals sogar schon mehr, als Schüler aus dem 1. Lehrjahr.

In meinen Augen wäre das FSJ für viele der richtige Anfang, den Beruf, den man später ausüben möchte, erstmal ausgiebig kennenzulernen. Und wenn man sich nach dem FSJ für eine Ausbildung in diesem Beruf entschieden hat, wird man einen klaren Vorteil gegenüber den anderen haben, die frisch aus der Schule kommen, denn man hat sich schon gut an das Arbeitsleben und den Alltag gewöhnt und vor allem viel dazu gelernt. Ich war auch ganz froh, dass ich mich erstmal an die Arbeit gewöhnen konnte, ohne den Druck haben zu müssen, nebenbei zu lernen.

Mittlerweile bin ich mir sehr sicher, dass ich meine Ausbildung im Sana Klinikum machen möchte und die richtige Entscheidung für mich getroffen habe, das FSJ gemacht zu haben.

 

Und, bist du neugierig geworden?
Dann bewirb dich bei uns für deine Stelle im FSJ ab September 2021!

Solltest du aktuell noch nach einer neuen Herausforderung suchen, kannst du dich ebenso bei uns bewerben. Es gibt noch freie Stellen im FSJ.

Weitere Informationen sowie eine Übersicht über Einsatzmöglichkeiten im Freiwilligen Sozialen Jahr erhältst du hier auf unserer Homepage.

Wir freuen uns auf deine Bewerbung!

Das Team vom Bereich „Mensch für Mensch“

Meine erste Seminarwoche im FSJ 2020/2021

Hier erhaltet ihr von Pascale einen etwas verspäteten Einblick in die erste Seminarwoche der Seminargruppe 2. Diese fand vom 28.09.-02.10.2020 statt.

…zu einer Zeit, in der Präsenzseminare noch stattfinden durften…

Viel Spaß beim Lesen!

Die erste Seminarwoche

Die erste Seminarwoche war mit Millionen von neuen Eindrücken gespickt. Zwar war es nicht das erste Mal, dass man sich sah, wir hatten uns bereits zum Kennenlerntag vorsichtig beschnuppern können. Dennoch stellte es eine kleine Herausforderung dar, sich mit so vielen neuen Menschen auf einmal auseinander zu setzen. Doch wir hatten Glück im Unglück: Trotz einiger Einschränkungen durch die anhaltende Covid-19 Pandemie war es und möglich, die Woche zusammen und miteinander zu gestalten.

Der erste Tag war für uns alle aufregend: Wir kamen alle an der Herberge an und als erster Impuls wurden Grüppchen gebildet, Leute die sich bereits kannten gesellten sich zueinander. Ob man sich vor kurzen erst im Bus begegnet war oder sich schon seit Schulzeiten kannte spielte dabei keine Rolle. Dann wurden die Zimmer verteilt und zu Mittag gegessen, bevor wir unseren ersten Tagesordnungspunkt bestritten: eine Kennenlernrunde, in der wir uns über ausliegende Bilder vorstellen sollten. Diese Übung war tatsächlich sehr interessant, man konnte die Personen hinter den FSJ-Stellen besser einordnen und ihre Beweggründe nachvollziehen.
An diesem Tag sollten wir ebenfalls noch unseren Werdegang in einer Naturcollage darstellen, Höhen und Tiefen aufzeigen und uns der Gruppe gegenüber etwas öffnen.

In den folgenden Tagen lernte man sich natürlich noch etwas besser kennen, manche haben eine richtige Zimmerfreundschaft geschlossen. Wir hatten wohl insgesamt alle viel Freude an der Arbeit miteinander, auch wenn die Tage manchmal lang und zäh wie altes Kaugummi waren. Doch immer wurden noch so trockene Lehrstunden über Berufsknigge oder Arbeitsrecht mit Aktivitäten bei bestem Wetter an der frischen Luft aufgelockert.
Wer von uns erinnert sich nicht an den riesigen Knoten, den wir lösen mussten, ohne das Seil loszulassen? Oder auch eine anstrenge Partie Chaosspiel?

             

Hoffentlich werden trotz aller Umstände die folgenden Seminartage ebenso spannend und lehrreich, gerade, wenn wir die Gestaltung der Tage selbst übernehmen, erhoffe ich mir nur das beste Programm, das wir uns gegenseitig bieten können.

 

In diesem Sinne: Bleibt alle gesund und genießt die Arbeit in eurer Einsatzstelle!

 

 

„Mein FSJ“ – Resümees aus dem Freiwilligen Sozialen Jahr 2019/2020 Teil 5

In den letzten Wochen konntet Ihr viele Einblicke in die persönlichen Erfahrungen und Erlebnisse einiger Teilnehmer*innen des Freiwilligen Sozialen Jahres aus dem vergangenen Durchgangsjahr erhalten. Heute werdet ihr aus dieser Reihe den letzten Teil zu lesen und zu sehen bekommen.

Die damalige Seminargruppe 1 hat im Frühjahr in Vorbereitung auf die Einsatzstellenkonferenz, welche aufgrund der Corona-Pandemie leider abgesagt werden musste, ein Video gedreht, um anderen zu zeigen, was das FSJ für die einzelnen Teilnehmer*innen bedeutet, was sie gern Ihren Einsatzstellen und Interessenten mitteilen möchten.
Spezieller Dank geht an Jonas und Marc, die dieses Video gemeinsam mit Ihrer Seminargruppe erstellt und zur Vollendung gebracht haben.

… und nun viel Spaß beim Anschauen!

 

Wer jetzt Lust bekommen hat, selbst ein Freiwilliges Soziales Jahr zu absolvieren, der meldet sich gerne per E-Mail oder Telefon bei uns.

Wir haben derzeit noch freie Einsatzstellen und ein Einstieg ins FSJ ist jederzeit möglich! 

Wir freuen uns auf eure Bewerbungen!

 

Das Team vom Bereich „Mensch für Mensch“

Liebe Besucher,

aufgrund der Corona-Pandemie sind die Mitarbeiterinnen des Bereiches  „Mensch für Mensch“ nur nach Terminvereinbarung persönlich für Sie da.

Ihre Post stecken Sie bitte in den Briefkasten. Für alle anderen Anliegen kontaktieren Sie uns telefonisch oder per E-Mail.

Tel.: 03737 – 787 5351

E-Mail: mensch-fuer-mensch@lmkgmbh.de

Wir danken Ihnen für Ihr Verständnis.

 

Bleiben Sie gesund!

Ihr Team vom Bereich „Mensch für Mensch“

„Mein FSJ“ – Resümees aus dem Freiwilligen Sozialen Jahr 2019/2020 Teil 4

Melina gibt heute einen Einblick in die Erfahrungen, Erlebnisse und Herausforderungen ihres Freiwilligen Sozialen Jahres beim DRK Kreisverband Döbeln-Hainichen e.V. im Schulsanitätsdienst. Warum hat sie ein FSJ absolviert, welche Erfahrungen nimmt sie sich mit und was hat es ihr für ihre Zukunft gebracht. All das könnt ihr in ihrem Rückblick lesen:

Mein FSJ

„Wer immer tut, was er schon kann, bleibt immer das, was er schon ist.“

Ganz getreu diesem Motto habe ich mich in Rochlitz für ein Freiwilliges Soziales Jahr beworben. Das ganze Konzept und die Präsentation in der Schule, hatten mich einfach mitgerissen und begeistert. Letztendlich habe ich mein Vorhaben, das alles selbst einmal auszuprobieren, in die Tat umgesetzt.

Diese Entscheidung hat mir viele Erkenntnisse und Errungenschaften geschenkt.

Ich bin unendlich froh, dass ich mich getraut und allen, hauptsächlich mir, bewiesen habe, dass ich viel erreichen kann, wenn ich an mich glaube, mir selbst mehr vertraue und mich motiviere. Natürlich ist das eine Umgewöhnung, aber ich wollte in diesem Jahr eine Menge verändern und über mich hinauswachsen und das habe ich auch getan.

Ich habe mein FSJ am 01.09.2019, beim DRK Kreisverband Döbeln-Hainichen e.V., begonnen und fing im Schulsanitätsdienst an. So kehrte ich mit meinem FSJ in die Schule zurück, nur saß ich dieses Mal, auf eine spezielle Art und Weise, auf der anderen Seite.

Es war sicher nicht immer leicht mit mir, aber meine Chefin hat nie aufgegeben, mich weiterhin unterstützt und hat mir geholfen. Die ganze Zeit über hatte ich immer die Möglichkeit mit Problemen zu ihr und zu anderen zu kommen und dafür bin ich unheimlich dankbar. Ich hätte mir keine bessere Stelle aussuchen können.

Am meisten mit Spaß gemacht haben die Seminarwochen! Alle FSJ-ler waren versammelt, aus den unterschiedlichsten Regionen und Gegenden. Ich habe Freundschaften geschlossen, wurde stellvertretende Gruppensprecherin und kann nicht behaupten mich je großartig gelangweilt zu haben. Die Themen, die wir alle selbst zusammengetragen haben, waren interessant, hilfreich und informativ. Jeder Tag war anders und auf seine eigene Weise abwechslungsreich. Diese Wochen waren also immer sehr schön und etwas worauf ich mich stets gefreut habe.
Doch dann kam es anders als erwartet. Die Corona-Krise brach an, alle Schulen haben zugemacht und somit blieben meine Stunden von heute auf morgen aus. Zunächst blieb ich im Büro und kümmerte mich da um andere Sachen. Als jedoch alle eine Mund-Nasen-Maske benötigten und eine deutliche Knappheit vorhanden war, meldeten sich ehrenamtliche Näher für die Masken beim DRK. Ich kann leider nicht nähen, aber ich konnte trotzdem helfen. Vorrübergehend habe ich die Stoffspenden in den Gewünschten Maßen, Gummis und normale Bänder vorbereitend zurechtgeschnitten.
Irgendwann gab es im Büro nicht mehr allzu viel zu tun, also habe ich die Möglichkeit bekommen woanders zu helfen. So bin ich in die Kita gekommen. Das hat mir an sich auch gefallen. Obwohl der ganze Alltag sehr ungewohnt war, war die Arbeit mit den kleineren Kindern sehr schön. Dort blieb ich einen Monat, bis ich etwas Neues anfing.

Da ich nach meinem FSJ eine Krankenpflegehelferausbildung beginne, hielt ich es für klüger in der Sozialstation mit zu helfen. Ich arbeite da im betreuten Wohnen. Auch wenn jeder Wechsel bedeutet, dass ich mich auf neue Kollegen und Tagesabläufe einstellen muss, würde ich jedes Mal wieder so handeln, da mir jede Erfahrung eine Lehre ist. Die alten Leute sind sehr lieb, immer sehr dankbar für jede Hilfe und haben meist interessante Geschichten aus der Vergangenheit zu erzählen. Natürlich sind einige Tage sehr anstrengend, aber das ist bei jeder Arbeit so. Mir macht es Spaß, den älteren Menschen eine Freude zu bereiten und ihnen meine Zeit zu schenken.
Ich lerne auch ein paar wichtige Sachen dazu. Am Anfang hatte ich starke Hemmungen, war sehr vorsichtig bei meiner Arbeit und habe mir nicht wirklich etwas zugetraut, schließlich war das komplettes Neuland und ich wollte unter gar keinen Umständen etwas falsch machen, geschweige denn den Menschen in irgendeiner Hinsicht weh tun. Aber ich habe gelernt, dass ich mich immer mit den Schwestern absprechen kann, zudem frage ich auch die Bewohner selbst immer nach ihrem Wohlbefinden während meiner Tätigkeit. Es ist nie ein Tag wie der andere, aber das macht es so abwechslungsreich und schön in der ambulanten Pflege.

Ich werde aus meinem Jahr, in den unterschiedlichen Bereichen, viel mitnehmen. Es hat mir im Großen und Ganzen sehr gefallen und wenn ich könnte würde ich bestimmt irgendwann nochmal ein FSJ machen. Ich bin sehr glücklich darüber, dass ich diese Erfahrungen nicht missen muss und dass ich das FSJ, guten Gewissens, mit all den positiven Erfahrungen, weiterempfehlen kann.

(gekürzte Fassung)

 

Wer sich nun angesprochen fühlt und auch die Erfahrungen eines Freiwilligen Sozialen Jahres machen möchte, meldet sich einfach bei uns in Rochlitz!

Ein Einstieg ins FSJ ist bei unserem Träger jederzeit möglich.

 

Das Team vom Bereich „Mensch für Mensch“

 

„Mein FSJ“ – Resümees aus dem Freiwilligen Sozialen Jahr 2019/2020 Teil 3

Heute bekommt ihr einen Rückblick auf das Freiwillige Soziale Jahr von Nancy. Sie absolvierte ihr FSJ von März bis August 2020 in der Helios Klinik in Leisnig.

„Als ich 2017 mein Abitur in der Tasche hatte, war für mich ziemlich schnell klar, was ich machen möchte: Grundschullehramt studieren. Ich dachte, ich wüsste, wer ich bin, was ich will und welchen Beruf ich später einmal ausüben möchte. Leider musste ich feststellen, dass dem nicht so war. Nach über zwei Jahren fast reinen Studiums fingen wir an, selbst zu unterrichten und das machte mir einfach keinen Spaß. Nach langem Überlegen führte ich das Studium nicht fort und stand das erste Mal in meinem Leben vor der Frage: „Und was jetzt?“ Von Freunden hörte ich von der Möglichkeit ein Freiwilliges Soziales Jahr zu absolvieren und die Idee gefiel mir. Da ich im Februar mit meinem Studium aufhörte, fing ich dann also im März 2020 mein FSJ in der Helios Klinik Leisnig, Abteilung Chirurgische Ambulanz, an, mit dem Ziel, eine neue Orientierung zu finden.

Dort sind an drei Tagen in der Woche Sprechstunden, in denen die andere FSJ-lerin und ich uns mit um die Patienten kümmern. Wir geben am PC ihre Daten ein, machen Durchblutungsmessungen der Beine, Wunddokumentation, reichen Verbandsmaterial, verbinden selbst und säubern die Zimmer nach jedem Patienten. Wir versuchen uns außerdem mit den Patienten zu unterhalten sowie Fragen zu beantworten. Am Ende jedes Sprechstundentages muss das unsterile Besteck eingesammelt und zur Abholung gebracht und alle Räume ein letztes Mal gesäubert werden. An den Tagen, an denen keine Sprechstunde ist (Dienstag und Donnerstag), werden von uns die verbrauchten Materialien (Verbände, Wundauflagen, Kanülen,…) aufgefüllt. Ist ein Material nicht mehr oder kaum noch im Lager verfügbar, müssen wir dieses bestellen. Des Weiteren schreiben wir Rezepte, hängen Mails Wunddokumentationen an, machen Botengänge und bestücken Aufklärungs- und Befundmappen. Ich wurde sehr gut in das dort eingespielte Team aufgenommen und fühle mich auch sehr wohl.

Nie hätte ich gedacht, in einem halben Jahr so viel zu lernen, wie in diesem. Ich würde sogar so weit gehen zu sagen, ich habe noch nie in so kurzer Zeit so viel gelernt. Und damit meine ich nicht nur die Arbeit, sondern auch mich selbst. Insgesamt bin ich viel offener und selbstbewusster geworden und habe eine neue Orientierung gefunden, von der ich Angst hatte, sie nie zu finden. Nach meinem FSJ beginne ich die Ausbildung zur Gesundheits- und Pflegefachfrau in der Klinik und mit dieser Entscheidung bin ich sehr zufrieden. Was danach kommt, weiß ich jetzt noch nicht, aber ich möchte mich in diese Richtung auf jeden Fall weiterbilden und vielleicht noch einmal studieren.

Es ist überhaupt nicht schlimm, nicht zu wissen, was man möchte, vor allem nicht nach dem Schulabschluss. Woher auch? Wir kennen ja nur die Schule, aber wissen oft nicht, wer wir eigentlich sind und das müssen wir auch nicht, denn wir haben jede Menge Zeit das herauszufinden. Diese Möglichkeit hat mir das FSJ gegeben und dafür bin ich sehr dankbar.

Ich kann es zu 100 % weiterempfehlen.“

 

Und wenn du jetzt denkst: „Mensch, das wäre doch auch was für mich!“, dann melde dich bei uns. Ein Einstieg ins FSJ ist jederzeit möglich, freie Einsatzstellen stehen auch heute noch zur Verfügung.

…weitere Erfahrungsberichte von jungen Menschen, die bereits ein Freiwilliges Soziales Jahr geleistet haben, folgen in den nächsten Wochen.

Das Team vom Bereich „Mensch für Mensch“

Meine erste Seminarwoche im FSJ 2020/2021

Meine erste Seminarwoche (07.09.2020 – 11.09.2020)

…von Marie aus der Seminargruppe 1

 

TAG 1

Wir trafen uns alle um 11 Uhr am Hauptbahnhof in Chemnitz, um unsere Reise gemeinsam zu starten. Alle waren sehr aufgeregt, da es für viele zum ersten Mal etwas anderes war. Kein Schulalltag, keine Klassenarbeiten, aber dafür das erste Gehalt. Aber für viele begann die Reise schon eher; mit der Hinfahrt via Zug, Straßenbahn, Bus oder Auto zum Treffpunkt am Hauptbahnhof Chemnitz.

Nun hieß es warten und warten….und warten… aber kein Bus, welcher uns zur Jugendherberge Hormersdorf fahren sollte, erschien. Die eineinhalb Stunden warten waren ein echter Stimmungskiller. Aber immerhin regte uns diese freie Zeit dazu an, sich miteinander zu unterhalten und kennenzulernen.

Dann ging es endlich weiter! Auf zur Jugendherberge!

Die Jugendherberge befand sich mitten im Wald und war recht groß. Viele waren sehr überrascht über die Unterkunft, aber manche kannten sie schon aus vorherigen Klassenfahrten. Nach dem Mittagessen wurden die Zimmer verteilt und dann würde auch schon das Programm losgehen. Die Zimmer waren recht klein, aber groß genug, um eine schöne gemeinsame Woche zu verbringen.

Der erste Programmpunkt für die Seminarwoche war die Anfertigung einer Collage bezüglich unserer Lebenswege. Dafür gingen wir in den Wald, um uns passende Gegenstände aus Naturmaterialien herauszusuchen.

Anfangs waren alle recht schüchtern…bis auf zwei oder drei kannte sich ja auch niemand, aber wir alle wussten, dass sich dies spätestens Ende der Woche ändern sollte.

 

TAG 2 

Am Vormittag wurden wir in zwei Gruppen eingeteilt. Eine Gruppe für „Nähe und Distanz“ und eine für „Arbeitsrecht“. Anschließend wurden die Gruppen getauscht. Nach dem Mittag begaben wir uns auf den Weg zu einer Schatzsuche. Die Schatzsuche hat am meisten Spaß gemacht. Man musste als Team arbeiten und lernte sich dadurch auch gleich viel besser kennen. Mit einem Kompass und einer Karte wurden wir in den Wald geschickt, um Hinweise und natürlich den Schatz zu finden. Der Schatz war zwar recht klein, aber schön: Ein Getränk und Gummibärchen. Nach knapp drei Stunden waren wir wieder in der Jugendherberge und ließen den Abend mit dem Film „Me too“ ausklingen. Der Film überraschte, schockierte aber den ein oder anderen auch, da in dem Film gezeigt wird, wie Menschen mit Behinderung heute noch ausgegrenzt werden. Dennoch hatte der Film ein berührendes Ende und auch im Plenum sagten viele, dass ihnen der Film sehr gut gefallen hat.

 

TAG 3 

Morgens wurden wir, wie auch am Vortag, in zwei Gruppen geteilt, diesmal aber in eine Pädagogik- und eine Pflege-Gruppe. Hierbei wurden die Gruppen nach den jeweiligen Seminaren nicht getauscht. Kurz vor dem Mittagessen wurden wir noch über unsere Aufsichtspflicht in der Einsatzstelle aufgeklärt und wie wir uns am besten verhalten. Nach einem Methodenseminar zur künftigen Seminargestaltung gingen wir zur Abwechslung nach draußen und spielten Wikingerschach als Turnier. Die Teamnamen waren allesamt recht einfallsreich und besonders. Man kann behaupten, dass dadurch auch das letzte Eis gebrochen wurde. Für viele war es das erste Mal, dass sie dieses Spiel gespielt haben. Trotzdem hat sich jeder gut angestellt. Hierbei festigten sich auch Gruppierungen und Freundschaften. Die anfängliche Angst wie „Was, wenn die mich nicht mögen?“ oder „Was, wenn ich keinen Anschluss finde?“ war schnell verschwunden und alle hatten Freude am Turnier. Der Abend wurde ruhig mit kreativem Arbeiten beendet. Unsere FSJ-Tagebücher nahmen langsam Gestalt an. Auch beim Gestalten wurde heiter geredet und diskutiert. Man begann sich besser und besser zu verstehen.

 

 

TAG 4 

Am vorletzten Tag haben wir viel für die zukünftigen Seminarwochen geplant und vorbereitet, die einzelnen Vorbereitungsgruppen gebildet, Ideen und Vorschläge für Themen in der Seminarwoche gesucht und eine Art Stundenplan für eine jeweilige Seminarwoche kreiert. Nach der Vorstellung der einzelnen Wochenpläne wurden Seminarsprecher und Stellvertreter unserer Gruppe gewählt. Hierbei herrschte erst wieder die anfängliche Stille, aber nach und nach trauten sich immer mehr, etwas zu sagen.

Der Abend wurde dann gemeinsam beim Grillen mit einem wärmenden Lagerfeuer beendet. Auch hier herrschte eine angenehme Atmosphäre und es wurde viel über die Einsatzstellen gesprochen und man lernte sich persönlich besser kennen und befreundete sich. Gegen 22 Uhr wurde das Lagerfeuer ausgelöscht, da es vielen zu kalt wurde und deshalb manche auch schon in die Jugendherberge gegangen waren.

 

TAG 5

Der letzte Tag wurde für das Zimmer aufräumen und weiteres Organisatorisches sowie auch einen Rückblick zur Seminarwoche genutzt. Nach der Schlüsselabgabe machten wir noch ein Gruppenfoto und begaben uns dann in den Bus, welcher uns zurück nach Chemnitz brachte.

Mit einem lachenden und einem trauernden Auge verließen wir den Bus. Lachend, wegen der schönen Zeit und den witzigen Momenten, aber auch der Vorfreude auf zu Hause und weinend, weil die nächste Seminarwoche noch lange entfernt ist und es noch dauern würde bis man die ein oder andere Bekanntschaft wiedersehen würde. Von dort aus gingen wir vorerst wieder getrennte Wege, aber wir würden uns alle wieder sehen – sei es auf Arbeit, bei der nächsten Seminarwoche oder auch privat.

Alles in allem lässt sich sagen, dass die erste Seminarwoche gut gelungen ist und wir uns alle auf die zukünftigen Seminarwochen freuen können.

„Mein FSJ“ – Resümees aus dem Freiwilligen Sozialen Jahr 2019/2020 – Teil 2

Heute könnt ihr den zweiten Teil der Erfahrungsberichte unserer Teilnehmer*innen im Freiwilligen Sozialen Jahr lesen:

FSJ-Fazit von Vivian S. 

Vom 19.08.2019 bis zum 15.06.2020 führte ich ein Freiwilliges Soziales Jahr an der Dr.-Lothar-Kreyssig-Schule für geistige Entwicklung durch.

In diesem Zeitraum durfte ich den Alltag an dieser Förderschule kennenlernen und ein vielfältiges Spektrum an Aufgaben erledigen. Hauptsächlich unterstützte ich eine Oberstufenklasse mit 6 Schülern im Alter von 14 bis 16 Jahren. Die Arbeit in dieser Klasse hat mir große Freude bereitet. Sowohl die Klassenlehrerin, als auch die pädagogische Fachkraft integrierten mich sofort in die Klassengemeinschaft, weshalb ich seit dem ersten Tag ein vollständiges Mitglied des Teams sein durfte.

Zu meinen Hauptaufgaben gehörten die Begleitung der Schüler im Schulalltag und die individuelle Hilfe im Unterricht. Da kein Tag einem anderen gleicht, konnte ich viele Erfahrungen im erzieherischen und pädagogischen Bereich sammeln. Der Umgang mit den geistig behinderten Schülern war anfänglich eine ziemliche Herausforderung. Jedoch wurde es schnell zur Normalität für mich, bis zu dem Punkt, an dem man die Behinderungen fast komplett ausgeblendet hat. Trotzdem durfte ich jeden Tag lernen mit neuen Situationen umzugehen und musste vor allem ein geeignetes Nähe-Distanz-Verhalten zu den Schülern entwickeln.

Zeitweise wurde mir die Begleitung eines schwerst-mehrfach-behinderten Kindes über den Tag übertragen, dessen Betreuung mich an meine Grenzen gebracht hat. Die pflegerischen Maßnahmen, die ich an diesem Kind durchgeführt habe, holten mich im positiven Sinne aus meiner Komfortzone. Deshalb möchte ich auch diese Erfahrung keinesfalls missen.

In einer Förderschule für geistige Entwicklung weht ein anderer Wind. Einen Einblick in diese Welt zu bekommen war eine große Bereicherung für meinen späteren Lebensweg. Es hat mir geholfen, mein Studienziel zu festigen und den Wunsch vergrößert, später in einer pädagogischen Einrichtung zu arbeiten. Der Alltag mit meinen Schülern hat mir gezeigt, dass Dinge nicht immer nach Plan laufen müssen und es meist anders kommt als man denkt. Mehr als alles andere lehrte mich mein FSJ Geduld und Gelassenheit mit mir und meinen Mitmenschen. Auch Toleranz, Individualität und Annahme sind Werte, die für mich eine ganz neue Bedeutung bekommen haben.

Jede noch so kleine Erinnerung an mein FSJ lässt mich dankbar werden über mein Leben und meine Gesundheit. Ich habe gelernt, dass bereits kleine Freuden das Leben lebenswert machen und man jeden Moment genießen sollte. Jedes einzelne Kind an dieser Schule hat mir gezeigt, dass es nicht auf Geld oder materielle Dinge ankommt, sondern vielmehr auf Freundschaft, Hilfsbereitschaft, Dankbarkeit und Liebe.

Ich würde jederzeit wieder ein FSJ durchführen und kann es jedem nur ans Herz legen. Die Erinnerungen und Erfahrungen, die ich mir mitnehme aus dieser Zeit, sind unbezahlbar und bleiben für die Ewigkeit.

 

…weitere Erfahrungsberichte werdet ihr in den folgenden Wochen zu lesen bekommen.

Wer Interesse hat, sich in einer sozialen Einrichtung zu engagieren, sich ausprobieren möchte oder Lust auf neue Erfahrungen hat, der kann sich jederzeit bei uns melden.

Das Team vom Bereich „Mensch für Mensch“